Auftraggeber:
Stadtwerke Tübingen GmbH
Bauzeit:
März 2026 - Februar 2027
Ort:
72072 Tübingen, Wilhelm-Keil-Straße 56
Leistungsumfang:
Generalunternehmer
Neubau Heizwärmeerzeugungsanlage
Im März 2026 erhielten wir den Auftrag für den Neubau der Heizwärmeerzeugungsanlage der Stadtwerke Tübingen.
Die Stadt Tübingen verfolgt ehrgeizige Ziele im kommunalen Klimaschutz. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Weiterentwicklung der Fernwärmeversorgung durch die Stadtwerke Tübingen GmbH (swt). Als kommunales Versorgungsunternehmen ist die swt für Strom, Erdgas, Trinkwasser, Fernwärme und Telekommunikation zuständig und befindet sich zu 100 Prozent im Besitz der Universitätsstadt Tübingen.
Fernwärme als moderne und umweltfreundliche Wärmeversorgung
Fernwärme ist für Tübingen eine moderne, effiziente und umweltfreundliche Form der Wärmeversorgung. Das Fernwärmenetz der Stadtwerke Tübingen wächst kontinuierlich und ermöglicht sowohl bestehenden als auch neuen Wohn‑ und Gewerbegebieten den Anschluss an eine nachhaltige Wärmeversorgung. Parallel dazu steigern die swt durch stetige Modernisierung die Effizienz der Netze und stellen die Wärmeerzeugung schrittweise auf CO₂‑arme Technologien um.
Aktuell betreiben die Stadtwerke Tübingen acht Fernwärmenetze mit einer Gesamtlänge von rund 59 Kilometern. Rund 1.400 Anschlüsse werden versorgt, der jährliche Wärmeabsatz beträgt etwa 170.000 MWh.
Im Zuge der strategischen Neuausrichtung der Wärmeerzeugungs‑ und Wärmeversorgungsstruktur planen die Stadtwerke Tübingen den Neubau einer Spitzenlast‑Heizzentrale. Die Anlage dient der ergänzenden Versorgung des Fernwärmegebiets Südstadt – Uhlandschiene im zukünftigen Endausbau.
Geplant ist eine Gesamtfeuerungswärmeleistung von bis zu 20 MW. Als Brennstoffe sind mittelfristig Erdgas und Heizöl vorgesehen. Die Heizölbevorratung wird auf ein Volumen von mindestens 100.000 Litern ausgelegt.
Standort und bauliche Rahmenbedingungen
Das Bauvorhaben befindet sich im Behördenviertel „Mühlbachäcker“ der Stadt Tübingen. Das geplante Technikgebäude dient der Unterbringung aller technischen Einrichtungen für den Betrieb der Wärmeerzeugungsanlage, der Wärmeauskopplung sowie der Fernwärmetechnik. Die Erdgeschossfußbodenhöhe (EFH) des Gebäudes liegt bei 323,40 m NHN und damit innerhalb der durchschnittlichen Höhenlage des Bestands. Das Gebäude wird überschwemmungssicher ausgeführt. Grundlage ist das Extremhochwasserniveau, da durch die Heizöllagerung eine besondere Gefährdung besteht. Die EFH liegt deutlich über dem HQ‑Extrem (322,90 m NHN) sowie über der veranschlagten Rückstauhöhe des Schmutzwasserkanals.
Der Eingriff in den Hangbereich wird auf ein Minimum reduziert, teilweise ist ein Baugrubenverbau erforderlich. Der Verbindungsweg von der Wilhelm‑Keil‑Straße zur B28 bleibt während der Baumaßnahme uneingeschränkt erhalten.
Das Baugrundstück ist räumlich beengt. Die Baustelleneinrichtung und Containerflächen werden auf der angrenzenden Parkplatzfläche des Parkhauses eingerichtet. Die Baustellenzufahrt erfolgt über die Mühlbachäckerstraße.
Das geplante Trafohaus wird zwischen dem Heizwerk und dem bestehenden Pumpwerk auf dem Grundstück angeordnet, um die Ein‑ und Ausfahrt von Betankungsfahrzeugen nicht zu beeinträchtigen.
Funktionsbereiche des Technikgebäudes
- Untergeschoss: Technikeinbauten und Heizöllager
- Erdgeschoss: Kesselraum
- Obergeschoss: Wärmeauskopplungseinrichtungen und Nebenanlagen
- Automations‑ und Elektrotechnikraum: ebenerdig mit Untergeschoss
- Gas- und Medienübergaberaum: ebenerdig mit Untergeschoss
- Personal‑WC‑Bereich: ausschließlich von außen zugänglich
Technische Ausstattung und Nutzung
Neben dem reinen Hochbau werden sämtliche technischen Anlagen zur Wärmeerzeugung und Fernwärmeverteilung im Gebäude integriert. Dazu zählen unter anderem:
- Kessel‑ und Feuerungsanlagen
- Umwälzeinrichtungen und Pumpengruppen
- Sicherheits‑ und Behälteranlagen
- Wärmeaustauscher und Rohrleitungsanlagen
- Elektro‑ und Automationskomponenten zur Betriebsführung und Überwachung
Im Untergeschoss ist ein Heizöllager mit ca. 100.000 Litern vorgesehen (Ausführung bauseits in Los 2).
Die spätere Betriebszufahrt erfolgt nordwestseitig über die Wilhelm‑Keil‑Straße. Das Technikgebäude wird ausschließlich für temporäre Kontroll‑ und Wartungstätigkeiten durch Fachpersonal genutzt. Eine dauerhafte Belegung ist nicht vorgesehen. Aufgrund der exponierten Lage und arbeitsrechtlicher Vorgaben wird das Gebäude mit einer WC‑Anlage ausgestattet.